Schauspielerin Annette Daugardt und Uwe Neumann mit ihrem Stück "Trotz"

Schauspiel & Konzept: Anette Daugardt

Regie: Uwe Neumann

 

Karl Valentin und Lucia Berlin begrüßen Charles Bukowski feucht-fröhlich.

Am Donnerstag, 10.10.2019 ist das Kant Theater Berlin mit dem Solo-Programm der Berliner Schauspielerin Anette Daugardt zu Gast im Tragödchen.

Der Name des Programms ist „Trotz“, literarische Grundlage sind Texte von Karl Valentin, Lucia Berlin und Charles Bukowski.

Regisseur des Programms ist Uwe Neumann, tragischerweise einmischen wird sich Tragödchen-Direktor Bernhard Schultz.

Sie sind Alkoholiker, zu dünn für den Rost im Krematorium, sie sind keine Kuchen, sondern Wirtshaussemmeln, alt, zu arm für eine eigene Waschmaschine. Die Helden der drei Autoren sind von irritierender Nutzlosigkeit, sie verweigern sich dem, was man heute Mainstream und Selbstoptimierung nennt.

Auch wenn die Gesellschaft versucht,  sie in Kategorien zu pressen, – Charles Bukowski wurde einmal sogar zum „Outsider des Jahres“ gewählt – gehen sie ihren ganz eigenen Weg. Weil sie sich in ihrer trotzigen Haltung nicht unterkriegen lassen, werden sie zu Rebellen gegen die gesellschaftlichen Konventionen und erlauben sich und uns unerwartete Blicke auf das Leben jenseits der Norm, ja sie finden bisweilen sogar Inseln von Glück in scheinbar unmöglichen Situationen.

Von dem FDP Politiker Christian Lindner stammt der Satz: „Kein Mensch wird überflüssig geboren“ – heißt das im Umkehrschluss, dass ein Mensch aber sehr wohl im Laufe seines Lebens überflüssig werden kann? Wer sind diese Überflüssigen? Wird der Mensch an sich überflüssig, wenn künstliche Intelligenzen uns mehr und mehr ersetzen?

Wie beruhigend, dass es hier mal keine Vorbildlücke gibt: Wie ihre Helden sind Lucia Berlin und Charles Bukowski intellektuelle Underdogs, die ihre prekären Lebensverhältnisse mit klarem Verstand durchleuchten- und das sogar mit einer Menge Alkohol im Blut-, während Karl Valentin als Meister des Unverstands auftritt.

Alle Wirtshaussemmeln, armen mageren Männer, Trinker und Trinkerinnen werden von einer Frau gespielt.

 

10.10.2019 - 20:00
Grütstr. 3-7, 40878 Ratingen
10 €

Gut zu Wissen

Wer viel Zeit mit der Lektüre von Büchern und Magazinen verbringt, verlängert sein Leben um durchschnittlich 23 Monate. In einer Längsschnitt-Studie der Yale University School of Public Health wurden gut 3500 Menschen ab 50 über fast 10 Jahre begleitet. Der Überlebensvorteil von Leseratten gegenüber Nichtlesern zeigte sich bei Magazinen ab mehr als sieben Stunden Schmökerzeit pro Woche; Bücher wirkten dagegen schon lebensverlängernd, wenn die Testpersonen bis zu 3,5 Stunden pro Woche lasen. Der Grund für diesen positiven Effekt ist offensichtlich die kognitive Stimulation, die das Lesen mit sich bringt.