Als sie einander acht Jahre kannten - Hommage an Erich Kästner
Am Donnerstag, dem 19. Mai erweist das Ensemble des Ratinger Tragödchen zum ersten Mal Erich Kästner die Ehre. Mit vielen Gedichten u.a. aus der lyrischen Hausapotheke und natürlich mit viel Musik. Vom Ensemble wirken Lotta Schultz (Gesang), Olaf Buttler (Bass), Bernhard Schultz (Gitarre und Klavier) und Susanne Cano (Texte und Gesang) mit. Das literarische Konzert beginnt wie immer um 20 Uhr im Buch-Café Peter & Paula, Grütstr. 3-7. Weitere Informationen unter Tel. 02102 26095 oder www.buch-cafe.com.
Erich Kästner (1899 - 1974) war ein deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor. Unvergesslich sind seine Kinderbücher „Emil und die Detektive“, Das doppelte Lottchen“ und „Das fliegende Klassenzimmer“. Im Tragödchen kommen seine humoristischen und zeitkritischen Gedichte zur Aufführung.
„ Ich komme aus ganz kleinen Verhältnissen, mein Vater war ein Facharbeiter und auch Sozialdemokrat natürlich. Ich habe als Kind schon erlebt, wie die Arbeiter streikten und wie die berittene Gendarmerie mit herausgezogener Plempe da auf die Leute losschlug, die dann mit Pflastersteinen die Laternen einschlugen, und ich habe heulend neben meiner Mutter am Fenster gestanden. Mein Vater war da unten mit dabei – also da haben wir schon zwei entscheidende Dinge.“
Kästner veröffentlichte 1928 sein erstes Buch, Herz auf Taille, eine Sammlung von Gedichten aus der Leipziger Zeit. Bis 1933 folgten drei weitere Gedichtbände.
Sein 1931 veröffentlichter Roman" Fabian - Geschichte eines Moralisten“ beschreibt den Niedergang der Weimarer Republik und ist 1980 verfilmt worden.
Im Gegensatz zu fast allen seinen regimekritischen Kollegen emigrierte Kästner nach der NS-Machtergreifung am 30. Januar 1933 nicht. Kästner begründete diesen Schritt unter anderem damit, dass er vor Ort Chronist der Ereignisse sein wolle. „Ich bin ein Deutscher aus Dresden in Sachsen. Mich läßt die Heimat nicht fort. Ich bin wie ein Baum, der – in Deutschland gewachsen – wenn’s sein muss, in Deutschland verdorrt.“
Kästner wurde mehrmals von der Gestapo vernommen und aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Seine Werke wurden bei der Bücherverbrennung als „wider den deutschen Geist“ verbrannt, was er selbst aus nächster Nähe beobachtete. Allerdings hat Kästner unter Pseudonym sehr viel und sehr erfolgreich gearbeitet. Er lieferte der Unterhaltungsindustrie des Dritten Reiches Theatertexte und diverse Filmdrehbücher (z.B. „Drei Männer im Schnee“ und „Münchhausen“.
3. Satz von Beethoven . Außerdem Werke von Jacques Offenbach, Norbert Burgmüller und Robert Schumann, die in NRW geboren und gelebt haben.

